Die Beats des MC Gringo PDF Drucken E-Mail

MC GringoDer deutsche Musiker Bernhard Weber begeistert die Funk-Szene von Rio.
Er könnte vermutlich einen guten Job irgendwo im Großraum Stuttgart haben, mit Familie und Häuschen und dickem Auto. Aber der Schwabe Bernhard Weber, 40, ist nach Rio de Janeiro gezogen, lebt ärmlich in einer Favela und arbeitet an seiner Karriere als Musiker.

Leicht scheint es nicht zu sein, in diesem Geschäft Fuß zu fassen. Wenn Bernhard Weber von der Musikbranche und ihren Mafia-Strukturen erzählt, von der Konkurrenz unter den 30 000 Funk-Musikern in Rio, vom Gefeilsche um miese Gagen und vom Bitten und Betteln um Auftritte, dann redet er sich schnell in Rage: „Die Künstler kriegen oft weniger als 20 Prozent des Honorars, den Rest sahnen andere ab, und die Impresarios suchen immer neue Talente, das heißt immer neue Idioten, die loslegen wollen.“ Brasilien, klagt er, ist „eine der ungerechtesten Gesellschaften der Welt, und das siehst du auch im Funk!“
„Ich hab viel einstecken müssen,“  sagt er über seine fünf Jahre in Brasilien. Aber das hört sich nicht so an, als hätte ihm das viel ausgemacht. Bernhard Weber ist ein Stehaufmännchen, und so empört er über die Verhältnisse in der Branche herzieht, so begeistert erzählt er von seinen Erfolgen: Wie er im Oktober das größte Musikfestival Brasiliens moderiert hat. Wie er einen Monat lang in New York gespielt hat und dass er in London und Wien, in Genf und in Berlin auftreten wird. Wie er Kontakt zu Mr. Catra gefunden hat, einem der Großen im Funk-Geschäft, der ihn schätzt und fördert. Und wie er im Fernsehen war und wie sein Hit „Dança do Gringo“ groß rausgekommen ist: der Ausländer-Tanz.