| 25 Jahre Landlosenbewegung „Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra“ |
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Seite 1 von 5 Edson Silva dos Santos hat es geschafft. Zusammen mit seiner Frau und drei Kindern erhielt er gemeinsam mit 38 weiteren Familien nach dreijährigem Kampf im Innern des Bundesstaates São Paulo ein eigenes Stück Land.
Diese drei Jahre wurden von einem kärglichen Leben unter einer Zeltplane und der ständigen Bedrohung bestimmt, von der Polizei vertrieben zu werden. Möglich war der Sieg letztendlich nur durch Edsons Engagement innerhalb der Landlosenbewegung MST. RückblickBereits Anfang der 60er Jahre gab es unter dem damaligen Staatspräsidenten João Goulart Pläne zur Durchführung einer Agrarreform im größten Land Südamerikas. Die Militärs vereitelten die Durchsetzung einer gerechteren Landverteilung, indem sie 1964 mittels eines Putschs die Macht übernahmen und sie bis 1985 beibehielten. In der Zeit nach der Regierungsübernahme nahm die Bodenkonzentration sogar noch zu. Der Mechanisierungsprozess begann, transnationale Unternehmen bestimmten zunehmend die Situation. Ab den 70er Jahren erfolgten deshalb zunehmend Landbesetzungen in ganz Brasilien. Oftmals waren daran Teile der katholischen Kirche beteiligt, die, inspiriert von der Befreiungstheologie, sich auf die Seite der land- und rechtlosen Kleinbauern stellten und aktiv Hilfe leisteten. Die 1975 ins Leben gerufene Landarbeiterpastoral CPT (Comissão Pastoral da Terra) entwickelte sich zu einer der treibenden Kräfte und gab entscheidende Impulse. Im Januar 1984 kam es im Süden Brasiliens in Cascavel zum „Ersten Nationalen Treffen der Landlosen“. 80 in Landkonflikte involvierte Aktive aus 12 Bundesstaaten (Rio Grande do Sul, Santa Catarina, Paraná, São Paulo, Mato Grosso do Sul, Espírito Santo, Bahia, Pará, Goiás, Rondônia, Acre und Roraima) trafen sich mit Vertretern anderer Organisationen wie der fortschrittlichen Gewerkschaft CUT und dem katholischen Indianermissionsrat CIMI, um die Landfrage zu thematisieren. Gemeinsam kamen die Delegierten zu dem Schluss, dass für eine Demokratisierung des Bodens und damit für eine gerechtere Gesellschaft Landbesetzungen ein legitimes Mittel darstellen. Hierfür sollte auf nationaler Ebene eine Organisation geschaffen werden. Die Landlosenbewegung MST (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra) entstand und entwickelte sich in den Folgejahren zur stärksten unter den bestehenden Landlosenbewegungen. Sie gilt heute als bedeutendste soziale Bewegung des Landes. Der erste „Nationale Kongress“ 1985 in Curitiba hatte dann auch als Losung: „Besetzung ist die einzige Lösung“ (Ocupação é a única solução). |



Edson Silva dos Santos hat es geschafft. Zusammen mit seiner Frau und drei Kindern erhielt er gemeinsam mit 38 weiteren Familien nach dreijährigem Kampf im Innern des Bundesstaates São Paulo ein eigenes Stück Land.