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Seite 1 von 2 Indianer beklagen untaugliche Maßnahmen der Behörden
Ende der 1980er Jahre hatten Tausende von Goldgräbern das Territorium der Yanomami im brasilianischen Bundesstaat Roraima heimgesucht. Nun, nachdem die brasilianische Regierung 1991 das Militär angewiesen hatte die Goldsucher aus dem Yanomami-Gebiet zu entfernen, sind diese wieder zurückgekehrt.
In mehreren Briefen an den Präsidenten der staatliche Indianerschutzbehörde (FUNAI) hat die Yanomami-Vereinigung, Hutukara Associação Yanomami (HAY) die zunehmenden Goldminen in ihrem Territorium vergeblich beklagt, zuletzt vergangenen Mai. In dem Schreiben an Funai-Chef Márcio Meira heißt es: „Wir, das Volk der Yanomami, informieren Sie erneut über die Invasion von Goldgräbern in unserem Land. Schon seit mehr als neun Jahren drängen sie wieder in unser Territorium und verderben und verschmutzen unsere Flüsse, bringen Malaria und andere Krankheiten und bedrohen unser Leben mit Gewalt. “ Seit Anfang diesen Jahres habe sich die Invasion der Goldsucher zudem weiter verstärkt. Weil aber auch dieser Brief nichts nützte, richtete sich jetzt am 14. September der bekannte Yanomami-Schamane und Träger des UN-Umweltpreises Global 500, Kopenawa an Brasiliens Staatspräsident Luis Inácio Lula da Silva persönlich. Die brasilianische Regierung müsse unverzüglich etwas unternehmen, da die Zahl der illegalen Goldminen täglich zunehme. Folgende Gebiete des Reservats seien bereits von Goldsuchern heimgesucht: Papiu, Alto Catrimani, Kayanau, Parafuri, Waikas, Ericó, Uraricoera, Apiaú, Homoxi und Serra da Estrutura. Davi Kopenama: „Wir Yanomami wollen nicht sterben wegen der Goldminen. Wir wissen, dass es nicht reicht, einfach die Goldgräber aus unserem Gebiet zu entfernen.“ Der Schamane und Präsident der Associação Yanomami (HAY) klagt insbesondere den internationalen Goldmarkt und uneffektive Maßnahmen der verantwortlichen Behörden an. Es habe sich längst gezeigt, dass vereinzelte Aktionen von FUNAI und Staatspolizei, die den einen oder anderen Goldgräber aus unserem Gebiet entfernen, die Lage nicht verbessern und die Invasion unserer Gebiete nicht stoppen. Die wenigen „festgenommen“ Goldgräber sähen den Rücktransport aus dem Regenwald mit Flugzeugen der Polizei in die Hauptstadt Boa Vista als willkommenen, kostenlosen Ausflug in die Stadt Boa Vista, wo sie in der Regel wieder frei gelasen werden. In der Regenzeit sei es sogar üblich, dass sich manche Goldsucher den Funai-Posten freiwillig stellen. Denn so bekämen sie einen bequemen Rücktransport auf Staatskosten nach Boa Vista, nur um ein paar Wochen später in der Trockenzeit wieder in die illegalen Goldminen zurückzukehren.
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