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Seite 1 von 5 Ernste Warnung: Grüne Marina = Gelbe Karte für die Regierung Im zweiten Wahlgang am 31. Oktober 2010 geschah dann doch, was Wahlforscher eigentlich schon für den ersten Wahlgang am 3. Oktober vorhergesagt hatten: Dilma Rousseff wurde als Nachfolgerin von Präsident Lula zur ersten Präsidentin Brasiliens gewählt.
Sie erhielt in der Stichwahl 56,05 % der Stimmen, ihr unterlegener Gegner José Serra immerhin 43,95 %. Das alles war schon für den ersten Wahlgang angenommen worden. Aber da gab es das berühmte nicht vorhersehbare Element, in diesem Fall die Kandidatin der Grünen, Marina Silva. Wahlforscher in Europa haben schon längst viel von ihrem Glorienschein verloren, lagen sie doch in den letzten Jahren mit ihren Vorhersagen ziemlich daneben. In Brasilien schien diesmal aber Gewissheit zu herrschen, Dilma wird im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erreichen und damit als erste Frau Präsidentin des Landes. Und dann kam es doch anders: Dilma Rousseff bekam (nach den Daten des Tribunal Superior Eleitoral = Oberstes Bundeswahlgericht) 47.651.434 Stimmen (46,91%), José Serra 33.132.283 (32,61%). Die große Überraschung aber war das Ergebnis für die Kandidatin der Grünen, Marina Silva mit 19.636.359 Stimmen (19,33%). Die anderen sechs Kandidaten erlangten jeweils weniger als 1% der Stimmen, wobei Plínio von der PSOL (Partido Socialismo e Liberdade) immerhin noch 886.816 Stimmen (0,87%) auf sich vereinigen konnte, während die restlichen fünf zusammen 0,28% der Stimmen erlangten. In einem Land mit Wahlpflicht ist es aber auch sehr wichtig zu beachten, wie viele Menschen der Wahl fernbleiben (18,12% Enthaltungen), weiße Stimmzettel abgeben (3%) oder die Stimmzettel ungültig machen (5,5%).
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