Robert Schade: Fanta
FANTA ist der Debütroman von Robert Schade, der im südbrasilianischen Porto Alegre als DAAD-Lektor lebt.
Der Roman beginnt damit...
dass Fanta, ein aus Deutschland stammender Profifußballer, der seit kurzem beim Erstligisten Flamengo in Rio unter Vertrag steht, benommen und verdreckt und umgeben von Handykameras auf der Praca Quinze in Rio de Janeiro aufwacht. Alleine das ist schon ein Skandal, der ihn seine Karriere kosten kann. Doch es kommt noch schlimmer…
Was geschah in der Nacht nach dem Treffen mit dem Hauptsponsor des Vereins – der Brauerei DEUTSCH BIER, einem Familienunternehmen in vierter Generation? Nach und nach kommen Fantas Erinnerungen wieder und aus Einzelbildern setzt sich allmählich ein Gesamtbild des Geschehenen zusammen. Der Roman bleibt spannend bis zum überraschenden Ende des Buches.
Robert Schade wirft mit seinem Roman einen Blick auf das schnelllebige und mitunter schmutzige Fußballgeschäft. Hauptakteure des Buches sind Männer: Neben Fanta ist es der von seiner Entlassung bedrohte Trainer, sein umtriebiger Agenten Duffi und der ihm freundschaftlich verbundene Sprachlehrer mit dem eigentümlichen Namen Bismarck. Außerdem sind da seine Teamkollegen, die ihre Eigeninteressen verfolgen. Frauen kommen im Roman lediglich als dekoratives Beiwerk vor – vollbusig und vorzugsweise knapp bekleidet. Hier gleitet der Roman leider allzu sehr ins Klischeehafte ab.
Die Handlung spielt vor der flirrenden Kulisse Rio de Janeiros. Orte der Handlung sind u.a. der Botanische Garten der Stadt, der legendäre Zuckerhut, die allseits sichtbare Christusfigur und die berühmten Strände der Stadt. Aber auch die dunklen Seiten Brasiliens jenseits der touristischen Highlights werden nicht ausgelassen: Die ausufernden Favelas, die krassen Gegensätze von Arm und Reich, Polizeigewalt und die Schatten der nicht aufgearbeiteten Militärdiktatur.
Christine Moser
BrasilienNachrichten 169/2024

