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Bereich: Indigene

Altamira nach dem Bauboom

Patricia Fachin, São Leopoldo
Übersetzung: Daniel Martineschen, Thilo F. Papacek

Nach dem Ende des größten Teils der Bauarbeiten am Kraftwerk Belo Monte nehmen Arbeitslosigkeit, Drogenkriminalität und Zwangsprostitution in Altamira zu.

Des öfteren berichteten wir in den vergangenen Jahren über den Staudammbau Belo Monte in der Nähe der Stadt Altamira am Rio Xingu in Ostamazonien. Die Arbeiten an diesem Megaprojekt sind inzwischen weitgehend beendet. Nachfolgend Einblicke in die gegenwärtige Situation und die negativen Folgen für die dort lebenden Menschen und die Natur durch diese von Anfang an höchst umstrittene Maßnahme zur Erzeugung von Strom für andere Landesteile Brasiliens.

Traurige Tropen

Bernd Lobgesang

Die Lage der indigenen Völker verschärft sich erheblich unter der neuen Regierung.
Die gute Nachricht gleich am Anfang: Der Riesenstaudamm São Luíz am Rio Tapajós wird zunächst nicht gebaut. Das, was einst ein Lieblingsprojekt der abgesetzten Präsidentin Dilma Rousseff war, ist zumindest vorläufig zu den Akten gelegt worden. Die Umweltbehörde Ibama verweigerte kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro pressewirksam die Lizenz zur Ausschreibung des Projekts.

Schützer des Regenwaldes

Johann Graf

Im Sommer diesen Jahres verbrachte Johann Graf von der Organisation POEMA einen mehrwöchigen Aufenthalt in Amazonien. Nachfolgend einige Auszüge aus seinen Aufzeichnungen, die einen sehr konkreten Einblick in das Leben indigener Gemeinschaften geben.

Völkermord in Mato Grosso do Sul

Bernd Lobgesang

Überall in Brasilien werden heutzutage wieder indianische Völker bedroht, verfolgt, von ihrem Land vertrieben und ihrer Reichtümer wie Gold und Holz beraubt. Die Regierung, die laut Verfassung für den Schutz des Landes, der Traditionen und Kulturen der Ureinwohner zuständig ist, wird ihren Verpflichtungen in den letzten Jahren immer weniger gerecht. Deshalb verschärft sich die Lage der Indigenen in vielen Landesteilen und nimmt immer dramatischere Formen an.

Geborgen in der Ungeborgenheit Bilanz des Bischofs vom Rio Xingu

Erwin Kräutler, Altamira

Dom Erwin, wie der Bischof aus Altamira liebevoll von der Bevölkerung genannt wird, zog anlässlich seines 75. Geburtstags eine Bilanz seines fast 50-jährigen Lebens am Rio Xingu. Bekannt wurde er hierzulande vor allem wegen seines Einsatzes für die vom Belo-Monte-Staudamm betroffenen Menschen, darunter befinden sich auch mehrere indigene Gemeinschaften.
 Seit vielen Jahren begleiten die „Brasilien Nachrichten“ solidarisch seine Arbeit. Nachfolgend veröffentlichen wir Auszüge aus seiner Bilanz.