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Bereich: Indigene

Nur ein toter Indianer ist ...

Wie die Regierung systematisch die Menschenrechte der Indigenen außer Kraft setzt

Bernd Lobgesang

Die Situation muss schon außerordentlich angespannt sein, wenn ein UN-Berichterstatter eine internationale Untersuchung gegen ein Mitgliedsland in Erwägung zieht. Das geschieht normalerweise nAur dann, wenn sich ein Land im Krieg, im Bürgerkrieg oder in einer vergleichbar furchtbaren Lage, zum Beispiel ausgelöst durch eine Naturkatastrophe, befindet. Genau das aber ist in Bezug auf Brasilien im September dieses Jahres geschehen – und zwar zum ersten Mal, seitdem das Land als demokratischer Staat gilt.

Wie die Rassendemokratie sich als Chimäre entpuppt

Die Regierung Bolsonaro gefährdet Erbe und Zukunft der Indigenen

Bernd Lobgesang

Zunächst sieht man Hubschrauber, die über dem grünen Dach des schier endlosen Regenwaldes kreisen. Dann jedoch zeigen sich mehr und mehr rötlich braune Flecken, auf denen kein einziger Baum, kein Strauch mehr wächst. Jetzt setzen die Piloten zur Landung auf einer breiten Piste aus roter Erde an, die sich tief hinein in den Regenwald erstreckt.

Brennender Wald, vernichtete Existenzen

Das größte Land Lateinamerikas verliert durch die Waldzerstörung seine indianische Identität

Bernd Lobgesang

Mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten ist in Brasilien in vielerlei Hinsicht eine neue Epoche angebrochen. Man mag zu diesem Jair Messias Bolsonaro, der sich auch gerne als „tropischer Trump“ bezeichnen lässt, stehen wie man will: Seine Regierung ist auf jeden Fall seit Jahresbeginn fleißig damit beschäftigt, durch neue Gesetze und Verordnungen das Land radikal zu verändern.

Das indigene Brasilien auf dem Schleudersitz

Bernd Lobgesang

Der künftige Präsident fordert eine ganz neue Indianer- und Naturschutzpolitik.

Nun ist es also geschehen: Was viele befürchtet haben, ist tatsächlich eingetreten. Jair Messias Bolsonaro, zuvor Fallschirmspringer und dann jahrelang Mitglied der Abgeordnetenkammer, hat den zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahlen für sich entschieden und wird Anfang Januar 2019 die Regierungsgeschäfte in Brasília übernehmen.

Zurück in die Vergangenheit

Staat und Indigene auf Konfrontationskurs

Bernd Lobgesang

Seitdem die Regierung von Staatspräsident Temer im Mai 2016 durch einen kalten Putsch an die Macht kam, krempelt sie Brasilien durch ihre neoliberale Politik gehörig um - ohne Rücksicht auf Verluste: Sozialprogramme werden radikal gekürzt oder ganz abgeschafft und die Privatisierung von Staatsbetrieben schreitet munter voran. All dies geschieht im Interesse der brasilianischen Oberschicht und ausländischer Investoren und geht auf Kosten der breiten Masse der brasilianischen Bevölkerung. Extrem konservative Kräfte, die im Abgeordnetenhaus und im Senat die Mehrheit stellen, fordern und unterstützen diese Politik. Bei diesen Konservativen handelt es sich um Großgrundbesitzer, um mit dem Militär und der Polizei verflochtene Kreise sowie um Mitglieder evangelikaler Kirchen, wobei die Übergänge zwischen diesen Gruppen fließend sind. Ihnen allen aber waren die sozialpolitischen Maßnahmen der ehemaligen Staatspräsidenten aus den Reihen der Arbeiterpartei (PT), die den sozial ungerechten und rassistischen Strukturen der brasilianischen Gesellschaft ein bisschen auf den Leib rückten, ein Graus: Oben soll gefälligst oben und unten soll unten bleiben.